QUARTALSPROGRAMM

Handwerksmuseum
28.03.2010 - 06.06.2010
Exotik um den Nierentisch

Keramik der 1950er Jahre

Schräg und exo­tisch, mo­dern und far­ben­froh zeig­te sich die Ke­ra­mik der 50er Jah­re. Sie war Aus­druck ei­nes neu­en Le­bens­ge­fühls und be­glei­te­te die Jah­re des Wie­der­auf­baus und be­gin­nen­den Wirt­schafts­wun­ders. Die Pri­vat­samm­lung von Alois Ha­ras­ko aus Augs­burg um­fasst Ge­brauchs- und Zier­ke­ra­mik aus dem Wohn­be­reich: Ge­schirr, Va­sen, Bow­len- und Saft­ser­vice so­wie Wand­schmuck.

Nach den Schre­cken und Ent­beh­run­gen des Zwei­ten Welt­kriegs stan­den die 1950er Jah­re un­ter den Zei­chen des Wie­der­auf­baus und der Wohn­raum­be­schaf­fung, aber auch des kal­ten Kriegs und der Atom­bom­ben­be­dro­hung. Heu­te er­in­nert man sich be­son­ders gern an Dy­na­mik und Schwung der Wirt­schafts­wun­der­zeit: Sie brach­te neue Ge­brauchs­gü­ter in den All­tag, nach­dem die drin­gends­ten Grund­be­dürf­nis­se ge­deckt wor­den wa­ren.

Nach der „Fress­wel­le“ und der „Tex­til­wel­le“ be­traf die drit­te Kon­sum­wel­le der deut­schen Nach­kriegs­zeit Woh­nungs­ein­rich­tun­gen und Haus­rat. „Al­les elek­tri­sch“ war ein Schlag­wort der Zeit und bis Mit­te der 1950er Jah­re wur­de et­wa die Hälf­te der deut­schen Haus­hal­te neu mö­bliert. Auf engs­tem Wohn­raum wa­ren be­son­ders Klapp­mö­bel ge­fragt. Wäh­rend die meis­ten kon­ser­va­ti­ve re­prä­sen­ta­ti­ve Mö­bel be­vor­zug­ten, hielt die Mo­der­ne Ein­zug durch Tü­ten­lam­pen, Klein­mö­bel wie Blu­men­stän­der und die be­rühm­ten „Nie­ren­ti­sche“. Die Viel­falt der Mo­der­ne zeig­te sich zu­erst in die­sen Ac­ces­soires: Sie wa­ren be­weg­lich und leicht zu er­wer­ben.

Die ke­ra­mi­sche In­dus­trie er­leb­te in Deutsch­land in den 1950er Jah­ren ei­nen im­men­sen Auf­schwung. Zum ei­nen gab es nach dem Krieg ei­nen gro­ßen Be­darf an Ge­brauchs­ge­schirr, zum an­de­ren er­laub­te der neue Wohl­stand auch die Be­schaf­fung de­ko­ra­ti­ver Ke­ra­mik: Va­sen al­ler Art wur­den be­lieb­te Ge­schen­ke. Ein gro­ßes An­ge­bot an Bow­le und Saft­ser­vicen, Rau­cher­sets, Por­ti­ons­schäl­chen für Par­ty­sa­la­te und Hal­ter für Knab­ber­ge­bäck war Aus­druck der neu­en Be­deu­tung von Gast­lich­keit und Tisch­kul­tur. Rei­se­lust und die Neu­gier auf Exo­ti­sches zeig­ten De­ko­re von Wand­tel­lern, Re­li­ef­mas­ken und fi­gür­li­che Ke­ra­mik.

Asym­me­trie wur­de zum neu­en Prin­zip der Ge­stal­tung. Flie­ßen­de For­men mit mo­der­ner abs­trak­ter Be­ma­lung gal­ten als ty­pi­sches Merk­mal der Zeit.



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