QUARTALSPROGRAMM

Stadtgalerie im Stadtmuseum
27.01.2005 - 10.04.2005
ELF - Münchner Künstlerinnen stellen aus

"Was sie eint, ist je­doch der "My­thos des Schöp­fe­ri­schen", die Su­che nach trag­fä­hi­gen Zei­chen für ei­ne tran­szen­den­te Schön­heit, die sich nicht der äs­the­ti­schen, rein for­ma­len Ver­klä­rung der Kunst er­gibt, son­dern aus dem im­mer wie­der ak­tu­el­len Bild-Schaf­fen ei­ne be­frei­te schöp­fe­ri­sche Phan­ta­sie ent­ste­hen lässt."
Ha­jo Dücht­ing im Ka­ta­log zu "zehn Künst­le­rin­nen aus Mün­chen", Kall­mann-Mu­se­um, Is­ma­ning.

Ein kla­res Be­kennt­nis zu Far­be, zum Bild als Farb­kos­mos, zu Aus­druck und Ges­te eint die (in­zwi­schen11) Mün­che­ner Künst­le­rin­nen, die sich seit bald zehn Jah­ren re­gel­mä­ßig tref­fen. Geis­ti­ge An­re­gung, stän­di­ger Aus­tausch und ge­gen­sei­ti­ge Un­ter­stüt­zung sind Grund­la­ge ge­mein­sa­mer Pro­jek­te (z.B. " zehn Künst­le­rin­nen aus Mün­chen", Kall­mann-Mu­se­um, Is­ma­ning, "Con­so­la­tio Co­lo­ris", "Of­fen­sa­tio Co­lo­ris", Kul­tur­mo­dell Pas­sau). Die Künst­le­rin­nen pro­fi­tie­ren von ih­ren un­ter­schied­li­chen Tem­pe­ra­men­ten, Stand­punk­ten und Ar­beits­wei­sen. Denn die Ein­zel­po­si­tio­nen der Künst­le­rin­nen kon­tras­tie­ren mit­ein­an­der. Sie er­ken­nen ih­re un­ter­schied­li­chen Aus­drucks­for­men an und be­wei­sen auf ein Neu­es, daß die Ma­le­rei lebt.
Es exis­tiert al­so kei­ne ein­heit­li­che Stil­rich­tung, kei­ne "Schu­le". Das Spek­trum der Ar­bei­ten reicht von der ex­pres­si­ven-fi­gür­li­chen wie auch un­ge­gen­ständ­li­chen Ma­le­rei bis hin zu kon­zep­tio­nel­len und mul­ti­me­dia­len An­sät­zen. Die­se Band­brei­te wirkt sich er­fri­schend auf den Dis­kurs um die Ma­le­rei aus.
Al­le Künst­le­rin­nen ar­bei­ten un­ab­hän­gig von­ein­an­der und so hat auch je­de von ih­nen ei­ne ei­gen­stän­di­ge Po­si­ti­on:

Zen­tra­les The­ma der Ar­bei­ten von Yvon­ne Bosl ist die Aus­ein­an­der­set­zung mit be­weg­ten For­men und ges­ti­schen Li­ni­en, die sie in Kon­trast zu eher sta­ti­schen Farb­flä­chen setzt. Am An­fang des Mal­pro­zes­ses steht das Sam­meln, Col­la­gie­ren, im­mer wie­der Ver­wer­fen und Su­chen. Da­bei wird die Bild­flä­che oft­mals über­malt und vie­le Farb­schich­ten wer­den über­ein­an­der ge­legt.
Im Lau­fe die­ser Be­ar­bei­tungs­pha­se be­ginnt sich ein be­stimm­ter Rhyth­mus von For­men, die im Span­nungs­ver­hält­nis zu­ein­an­der ste­hen, ab­zu­zeich­nen. Das We­sent­li­che der Kom­po­si­ti­on zeigt sich deut­li­cher, lässt sich the­ma­tisch kon­zen­trie­ren. Das ein­mal ge­fun­de­ne The­ma wird schlie­ß­lich auf meh­re­ren Bil­dern trans­for­miert und va­ri­iert.

Ire­ne Fast­ner ar­bei­tet fi­gu­ra­tiv.
"In der di­cken Krus­te aus Far­be und Col­la­ge, in den Un­eben­hei­ten der Lein­wand ver­birgt sich die lan­ge Ge­schich­te bzw. der lang­wie­ri­ge Ar­beits­pro­zess, in dem Ire­ne Fast­ner mir ih­ren Fi­gu­ren ringt. Sie sam­melt, col­la­giert, ka­ri­kiert, malt, er­schafft und ver­wirft, bis der Bild­ge­gen­stand ding­fest ge­wor­den ist . Die Fi­gu­ren Ire­ne Fast­ners su­chen die grö­ßt­mög­lichs­te Au­to­no­mie, Ab- und Aus­ge­schlos­sen­heit von ih­rer Schöp­fe­rin... Rät­sel­haft , ma­gisch und am­bi­va­lent - iro­nisch oder me­lan­cho­lisch - ein­sam, pro­vo­kant und zu­wei­len be­lus­ti­gend wirkt ih­re Nä­he, der man sich eben­so­we­nig wie die zur Sei­te ge­stell­ten Bild­ele­men­te bzw. mit­ge­brach­ten At­tri­bu­te ent­zie­hen kann." (Text Cor­ne­lia Kley­boldt)

Mar­ta Fi­schers Bil­der le­ben aus der Far­be und der Form. Sie will kei­ne Ge­schich­ten er­zäh­len - we­der im fi­gu­ra­ti­ven noch im abs­trak­tem Sinn. Aus­gangs­punkt ist bei ihr in der Zeich­nung so­wie in der Ma­le­rei - im­mer wie­der die sie um­ge­ben­de Rea­li­tät und ih­re Wahr­neh­mung auf die­se Welt, ob es nun Ge­gen­stän­de, Na­tur oder Kunst­wer­ke sind. Im Lau­fe des sehr in­ten­si­ven Mal­pro­zes­ses ent­wi­ckeln sich ih­re Bil­der zu ei­gen­stän­di­gen Be­haup­tun­gen auf der Lein­wand - pas­to­ser, dich­ter Farb­auf­trag in vie­len Schich­tun­gen be­stimmt ih­re Ma­le­rei. Fi­scher sucht mit exis­ten­zia­lis­ti­scher In­ten­si­tät im­mer wie­der die Gren­zen und Mög­lich­kei­ten ab, die die Ma­le­rei bie­tet - Licht, Raum, Tie­fe und Vo­lu­men spie­len ge­nau­so ei­ne Rol­le wie der Ge­dan­ke, dass ein Bild nichts an­de­res ist, als ei­ne ebe­ne Flä­che.

Der Ar­beits­pro­zess ist bei In­ge Ja­kob­sen ei­ne dau­ern­de Aus­ein­an­der­set­zung mit Ge­se­he­nem und Er­leb­tem, wo­bei sie ei­ne il­lus­tra­ti­ve Wir­kung ver­mei­det. Die Ar­bei­ten sind abs­trakt, um jen­seits ih­rer Ent­ste­hung er­lebt wer­den zu müs­sen. Ja­kob­sen teilt die Ge­samt­flä­che, oft­mals vor­her wie­der­holt in Skiz­zen­bü­chern, und geht dar­auf­hin in ei­ne fast me­di­ta­ti­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Pa­pier ein, setzt, meist mit ei­nem brei­ten Pin­sel und schwar­zer Tu­sche, die Mal­flä­che in Be­we­gung, Ru­he oder Span­nung. Die da­durch ent­ste­hen­den Flä­chen und For­ma­tio­nen ver­kei­len sich, ba­lan­cie­ren, und kön­nen As­so­zia­tio­nen an Land­schaf­ten, Fel­sen oder Zu­stän­de all­ge­mein aus­drü­cken. Die Ar­bei­ten sind ei­ne Mi­schung aus kon­struk­ti­vem und ex­pres­si­vem, ein Mix aus Re­flek­ti­on und Spon­ta­nei­tät. Das Ein­fa­che und Ehr­li­che ist da­bei das wich­tigs­te, so­wohl in der Ma­te­ri­al­wahl, wie z.B. brei­ter Pin­sel, Tu­sche, Pa­pier, wie auch im re­du­zier­ten Er­geb­nis.

Im Vor­der­grund der Ar­bei­ten von Mo­ni­ka Lens­ler-Are­sin steht die Far­be (aus­schlie­ß­lich reins­te Pig­men­te in Ver­bin­dung mit Mar­mor­mehl oder Sand). Die ma­le­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zung – das Spiel der Far­be, die Kom­po­si­ti­on, der Rhyth­mus zwi­schen Flä­che, Form und Zeich­nung - steht im Dia­log zu per­sön­li­cher Er­fah­rung und der Ver­ar­bei­tung von vi­su­el­len Ein­drü­cken.

Auf der ty­pisch Mün­che­ner Mal­tra­di­ti­on fu­ßend baut Sig­gi Mayr Bil­der, die ei­ne po­si­tiv ge­stimm­te Le­bens­zu­ge­wandt­heit ver­mit­teln. Die Far­ben stim­men, schaf­fen Flä­che und Raum, sind sehr di­rekt, un­grüb­le­risch auf die Lein­wand ge­setzt, wo sie sich be­haup­ten - oder wie­der wei­chen müs­sen. Auch die For­men wir­ken ein­fach und stark ab­stra­hiert, ver­zich­ten aber auf kon­struk­tiv-ma­the­ma­ti­sche Ele­men­te wie auch auf or­na­men­ta­le An­lei­hen.

An­drea Ra­mos' Bil­der sind ur­sprüng­lich ges­ti­sche Farb­kom­po­si­tio­nen im abs­trak­ten Raum. Im Lau­fe des Ar­beits­pro­zes­ses ent­wi­ckeln sich For­men, die je­doch nie die Gren­ze zum Fi­gür­li­chen über­schrei­ten. Manch­mal lie­ßen sich Ob­jek­te ver­mu­ten, sie er­schei­nen je­doch nur zei­chen­haft und blei­ben als Rät­sel in der Bild­flä­che.

Kla­re, kon­trast­rei­che Far­ben fin­det man auch bei der Kon­zept­künst­le­rin Pe­tra Scher­zer, die in ih­ren Zeich­nun­gen, In­stal­la­tio­nen, Vi­de­os und eben auch in der Ma­le­rei das Er­zäh­len the­ma­ti­siert. Die Zeit, die wäh­rend des Er­zäh­lens ver­geht, die Ge­schich­te selbst, das The­ma "Evo­lu­ti­on" .Ar­cha­isch an­mu­ten­de Men­schen und Tie­re oder de­ren ge­heim­nis­vol­le Ver­wand­lung zum Misch­we­sen be­völ­kern die Bil­der (auf LW oder Me­tall). In den ex­pres­si­ven Bil­dern mi­schen sich sinn­li­che, manch­mal ero­ti­sche Dar­stel­lun­gen mit geo­me­tri­schen For­men, ir­rea­le Räu­me mit wei­ten Flä­chen.

Die Fi­gu­ren von Kat­rin Sie­beck (Holz, Stein, Me­tall und Acryl­far­be) zei­gen auf spie­le­ri­sche Art die tie­fe­re Ver­bin­dung zwi­schen Idee, Ma­te­ri­al und Far­be. Die dar­ge­stell­ten Tie­re und Men­schen wir­ken als Sym­bo­le, de­ren ar­che­ty­pi­scher Ur­sprung noch heu­te Be­deu­tung hat. Die Fi­gu­ren trans­por­tie­ren ei­nen ver­bor­ge­nen Hu­mor durch die ge­wähl­ten Po­sen hin zum Be­trach­ter.

Ki­ki Stickls Zeich­nung und Ma­le­rei be­schäf­tigt sich mit Land­schaft im wei­tes­ten Sinn. Land­schaft ist auch Raum und Rau­mer­fah­rung. Wich­ti­ge Ele­men­te sind Ge­schwin­dig­keit, Zeit, Be­we­gung, über­la­ge­rung und Trans­pa­renz, das Bild im Bild eben­so wie die Ver­än­de­rung der Wahr­neh­mung durch di­gi­ta­le Bild­be­ar­bei­tungs­mög­lich­kei­ten und die Fo­to­gra­fie. Schicht für Schicht ver­dich­ten sich die zu­vor ge­sam­mel­ten Ein­drü­cke zu un­ge­gen­ständ­li­chen Bil­dern, in de­nen Ver­satz­stü­cke an das Land­schafts­the­ma er­in­nern.

Die Ar­bei­ten von Ka­tha­ri­na Wild (Öl/LW) sind ge­prägt von ih­rer Fas­zi­na­ti­on für die Dar­stel­lung des Men­schen. Sie ver­bin­det ei­ne aus­ge­präg­te Kör­per­lich­keit durch in­ten­si­ve Far­ben und be­weg­ten Strich mit sinn­lich wahr­nehm­ba­ren Geis­tes- und Ge­fühls­wel­ten.



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