QUARTALSPROGRAMM

Stadtgalerie im Stadtmuseum
21.04.2005 - 05.06.2005
Peter Dworak, Erich Steininger

Am 21. April wird in der Stadt­ga­le­rie im Stadt­mu­se­um Deg­gen­dorf ei­ne Aus­stel­lung er­öff­net, die das um­fang­rei­che Werk zwei­er in Wien le­ben­der Künst­ler vor­stellt: Erich Stei­nin­ger der Holz­schnei­der und Pe­ter Dwor­ak, der Zeich­ner.

Erich Stei­nin­ger ist 1939 in Ober­ra­bent­han im ös­ter­rei­chi­schen Wald­vier­tel ge­bo­ren und stu­dier­te an der Aka­de­mie der bil­den­den Küns­te bei Ma­xi­mi­li­an Mel­cher. Von An­fang an stell­te er das Me­di­um Holz­schnitt in das Zen­trum sei­nes künst­le­ri­schen Schaf­fens. Zeich­nung und Kalt­na­del­ra­die­rung er­gän­zen ganz na­tür­lich sein Re­per­toire. Frü­he Ar­bei­ten sind deut­lich fi­gu­ra­tiv. Kör­per, Blu­men, Land­schaf­ten. Die stei­len Hän­ge, die tie­fen Schluch­ten, die ge­wun­de­nen We­ge sei­ner Wald­viert­ler Hei­mat fand star­ken Nie­der­schlag. Sehr rasch bringt Stei­nin­ger sein Schaf­fen auf ei­ne hoch­ent­wi­ckel­te abs­trak­te Ebe­ne. Er er­schlie­ßt sich ein neu­es Zei­chen­sys­tem durch das Auf­lö­sen der Kör­per und Land­schaf­ten. Das über­ein­an­der­dru­cken der teils sehr gro­ßen Holz­plat­ten in meh­re­ren Vor­gän­gen er­laubt so­wohl Ver­dich­tung als auch enor­me Abs­trak­ti­on. Ob­wohl: Wer Kör­per und Land­schaft se­hen will, kann sie er­ken­nen. Voll­ends zum Se­h­er­leb­nis wird die Auf­häu­fung ver­schie­de­ner Druck­zu­stän­de von hell bis schwarz (im 90° Win­kel über­ein­an­der ge­druckt!) in mo­nu­men­ta­ler For­ma­ti­on ge­hängt. So­wohl das Schnei­den, als auch der Ab­zug sind Kräf­te zeh­ren­de Pro­zes­se die sich in den Ar­bei­ten Stei­nin­gers wi­der­spie­geln und den Be­trach­ter un­mit­tel­bar be­rüh­ren und in den Bann zie­hen.

Pe­ter Dwor­ak 1949 in Wien ge­bo­ren, stu­dier­te schon mit 16 Jah­ren als Früh­be­gab­ter bei Ma­xi­mi­li­an Mel­cher in der glei­chen Klas­se wie Stei­nin­ger. Dwor­aks sen­si­bler und ana­ly­ti­scher Strich passt so un­ver­gleich­lich gut in sein zen­tra­les The­ma: Die brü­chig-bri­san­te Be­zie­hung zwi­schen Mann und Frau. Die Wer­ke kön­nen als Ta­ge­buch­ein­tra­gun­gen be­zeich­net wer­den. Das Fest­hal­ten des Ge­se­he­nen und Ge­träum­ten, das Ge­fühl­te und Ge­wünsch­te, das Mit­lei­den­de und das Selbst­be­mit­lei­den­de kreist be­stän­dig um das Zen­trum sei­nes künst­le­ri­schen Mit­tei­lungs­dran­ges, oder bes­ser -zwan­ges. Durch die Fens­ter sei­nes Ate­liers in der Ket­ten­brü­cken­gas­se be­ob­ach­tet Dwor­ak die äu­ße­re Welt und schafft sich sei­ne Ge­gen­welt in der Ver­schmel­zung der bei­den Wirk­lich­kei­ten. Frau­en, Kat­zen, Blü­ten, Tie­re, ver­men­gen sich in- und mit­ein­an­der. Es ent­ste­hen Sze­nen und Ge­bil­de, die im­mer ein we­nig fri­vol, lust­be­tont und zärt­lich sind. Im­mer ein we­nig tief­trau­rig, an­kla­gend, ängst­lich auch be­droh­lich sind. Dwor­ak zeigt sehr über­zeu­gend das Le­bens­ge­fühl des Wie­ner Künst­lers, dass der Be­trach­ter mü­he­los hin­ein­fin­det in die ewi­ge Ge­schich­te, wie die Ach­ter­bahn des Le­bens, das "Mensch­lein" (wie er sagt) durch al­le Him­mel und Höl­len, Hö­hen und Tie­fen er­bar­mungs­los durch­ein­an­der wir­belt. Ein schmerz­haf­ter Pro­zess, der sich täg­lich voll­zieht und dem Künst­ler al­les ab­ver­langt.

Die Aus­stel­lung prä­sen­tiert die Wer­ke die­ser bei­den Künst­ler, die so ver­schie­den sind und doch vie­les ge­mein­sam ha­ben. Der Aus­stel­lungs­be­su­cher soll­te sich Zeit neh­men die­se Spur in den Wer­ken der bei­den Wie­ner Künst­ler­per­sön­lich­kei­ten nach­zu­spü­ren.

Die Ober­bür­ger­meis­te­rin der Stadt Deg­gen­dorf, An­na Eder, wird am Don­ners­tag, den 21. April um 19.00 Uhr die Aus­stel­lung in der Stadt­ga­le­rie im Stadt­mu­se­um er­öff­nen. Pro­fes­sor Pe­ter Baum aus Linz, der lang­jäh­ri­ge Di­rek­tor des Len­tos in Linz und un­er­müd­li­cher För­de­rer und Mo­tor der Kunst in Ober­ös­ter­reich, wird über die Kunst spre­chen. Die Aus­stel­lung wird in der Deg­gen­dor­fer Stadt­ga­le­rie bis zum 3. Ju­ni zu se­hen sein (we­gen des Bür­ger­fes­tes sind die Mu­se­en am 4. und 5. Ju­ni ge­schlos­sen).
Am 8. Mai, dem In­ter­na­tio­na­len Mu­se­ums­tag, bie­tet das Mu­se­um bei frei­em Ein­tritt ab 15 Uhr ei­ne Aus­stel­lungs­füh­rung mit Mu­se­ums­lei­te­rin Bir­git­ta Pet­schek-Som­mer in Form ei­nes Aus­stel­lungs­ge­sprä­ches an.



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