QUARTALSPROGRAMM

Stadtgalerie im Stadtmuseum
24.11.2005 - 15.01.2006
Hans Körnig - Malerei und Grafik

Der 1905 im säch­si­schen Flöha ge­bo­re­ne Hans Kör­nig stu­dier­te 1930 bis 1933 an der Dres­de­ner Kunst­aka­de­mie. Er war dort Schü­ler von Ri­chard Mül­ler und Her­mann Dittrich, im letz­ten Stu­di­en­jahr bei Fer­di­nand Dorsch und Max Feld­bau­er. Die Kunst­aka­de­mie ver­ließ er 1933 aus stil­lem Pro­test ge­gen die Ent­las­sung von Ot­to Dix. Aus dem 2. Welt­krieg kehr­te er 1945 aus rus­si­scher Ge­fan­gen­schaft mit ei­ner schwe­ren Un­ter­schen­kel­ver­let­zung, die ei­ne Am­pu­ta­ti­on nach sich zog, in sei­ne Hei­mat­stadt Dres­den zu­rück. In den Jah­ren 1949 bis 1961 ent­stand dort sein ma­le­ri­sches Haupt­werk. Zen­tra­le The­men sei­ner Ma­le­rei sind die Fa­mi­lie, das Por­trät und der mensch­li­che Kör­per. 1953 be­gann Hans Kör­nig sich ne­ben der Ma­le­rei auch in­ten­siv mit der schwie­ri­gen Tech­nik der Aqua­tin­ta zu be­schäf­ti­gen. Im glei­chen Jahr ent­stan­den be­reits mehr als 60 Blät­ter. Der of­fi­zi­el­le Aus­stel­lungs­be­trieb in der DDR blieb ihm als un­an­ge­pass­ten Künst­ler weit­ge­hend ver­schlos­sen. 1958 schloss man ihn schlie­ß­lich aus dem Ver­band der Bil­den­den Künst­ler aus. Le­gen­där wur­den den­noch sei­ne pri­vat or­ga­ni­sier­ten Aus­stel­lun­gen in sei­nem Dach­ate­lier im Dresd­ner Wall­gäss­chen. Kunst­his­to­ri­ker, Künst­ler­kol­le­gen und auch Ot­to Dix ge­hör­ten zu den Be­su­chern der Ver­an­stal­tung, die in der Dresd­ner Kunst­sze­ne als Ge­heim­tipp galt.

1961 soll­te die Bio­gra­fie und künst­le­ri­sche Ent­wick­lung Hans Kör­nigs ei­nen ab­rup­ten Bruch er­fah­ren. Der Mau­er­bau mach­te die Rück­kehr nach Dres­den von ei­ner il­le­ga­len Rei­se nach Hol­land und Bel­gi­en mit Frau und Toch­ter Mar­ga­re­the un­mög­lich. Das ge­sam­te künst­le­ri­sche Werk des 56jäh­ri­gen wur­de be­schlag­nahmt und blieb bis 1990 un­zu­gäng­lich. Hans Kör­nig "stran­de­te" mit sei­ner Fa­mi­lie na­he­zu mit­tel­los im nie­der­baye­ri­schen Nie­der­win­kling im Land­kreis Strau­bing/Bo­gen und be­zog das al­te Ko­ope­ra­tor­haus, gleich ne­ben der Nie­der­win­klin­ger Kir­che.

Der Künst­ler aus Dres­den kam da­mals in ein bäu­er­lich und ka­tho­lisch ge­präg­tes nie­der­baye­ri­sches Dorf. Mit gro­ßen fi­nan­zi­el­len Sor­gen war Hans Kör­nig dort geis­tig und räum­lich von sei­nen künst­le­ri­schen Wur­zeln ab­ge­trennt.
Die ver­meint­li­che Dor­f­idyl­le ist für Hans Kör­nig wohl nie zu sei­ner "zwei­ten Hei­mat" ge­wor­den. Er war und blieb ein „Dresd­ner Ori­gi­nal“, das sei­ne säch­si­sche Spra­che pfleg­te. In sei­nem "Nie­der­win­klin­ger Exil" wid­met sich der Künst­ler ne­ben dem Zeich­nen, in­ten­siv der gra­fi­schen Tech­nik der Aqua­tin­ta. Ge­malt hat er in Nie­der­bay­ern nicht mehr. Kör­nig un­ter­nimmt meist jähr­lich ei­ne Aus­lands­rei­se. Im An­schluss ent­ste­hen dar­aus um­fang­rei­che Zy­klen.
Die Rei­sen wur­den in den 70er und 80er Jah­ren auch aus Al­ters­grün­den im­mer sel­te­ner. In die­ser Zeit ent­stan­den aber um­fang­rei­che Gra­fik-Zy­klen zu Wer­ken von Kaf­ka, Dür­ren­matt oder Joy­ce.

1989 fand er den Frei­tod in Nie­der­win­kling und wur­de 1990 auf dem In­ne­ren Neu­städ­ter Fried­hof in Dres­den be­stat­tet.
Zum 100 jäh­ri­gen Ge­burts­tag Hans Kör­nigs zeigt die Stadt­ga­le­rie im Stadt­mu­se­um ei­ne um­fang­rei­che Werk­schau mit den - hier weit­ge­hend un­be­kann­ten - Ge­mäl­den aus der Dresd­ner Zeit und Aqua­tin­ten aus Dres­den und Nie­der­win­kling. Zur Aus­stel­lung er­scheint in der Schrif­ten­rei­he der Deg­gen­dor­fer Mu­se­en ein um­fang­rei­cher Ka­ta­log.



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