QUARTALSPROGRAMM

Stadtgalerie im Stadtmuseum
31.03.2012 - 06.05.2012
Der Linie auf der Spur

Almut Determeyer - Annegret Hoch - Siegfried Kreitner - Katharina Weishäupl - Esther Zellmer

Ver­schie­de­ne Aus­drucks­for­men der Li­nie ge­win­nen in ei­ner zu­neh­mend glo­ba­li­sier­ten Welt als in­ter­na­tio­na­le Bild­spra­che im­mer grö­ße­re Be­deu­tung. Dar­auf auf­bau­end wid­met sich die Aus­stel­lung un­ter­schied­li­chen und doch ver­wand­ten zeit­ge­nös­si­schen Spiel­ar­ten und prä­sen­tiert Po­si­tio­nen, die in ih­rer Zu­sam­men­stel­lung span­nen­de Ein­bli­cke in die Viel­fäl­tig­keit und Un­ter­schied­lich­keit des The­mas ge­ben. Die künst­le­ri­schen Po­si­tio­nen grei­fen li­nea­re Struk­tu­ren in Form von Licht und Be­we­gung auf, als Zeich­nung, kräf­ti­ge Farb­spur, durch Ver­wen­dung ge­rad­li­ni­ger All­tags­ge­gen­stän­de oder sie ver­bin­den Li­ni­en zur viel­schich­ti­gen Flä­che und be­schrei­ben ei­nen Raum. Da­mit ent­fal­tet die Li­nie ih­ren Aus­druck als im­pro­vi­sier­tes Zei­chen, als Kon­zept, Spur, kom­ple­xe Struk­tur, durch­bricht Seh­ge­wohn­hei­ten, greift in den Raum und nimmt in un­ter­schied­li­cher Art Be­zug zur Um­ge­bung und der je­wei­li­gen Ar­chi­tek­tur des Rau­mes. Ge­mein­sam ist den Künst­le­rin­nen und Künst­lern die Wie­der­ho­lung von Li­nie, Ges­te und Be­we­gung, oh­ne in ih­rer Er­schei­nung de­ckungs­gleich oder gar ge­klont zu wir­ken. Da­mit schafft es je­de der Po­si­tio­nen auf in­di­vi­du­el­le Wei­se klas­si­sche Kunst­gat­tun­gen zu durch­bre­chen.

Al­mut De­ter­mey­ers Trick­fil­m­ani­ma­tio­nen le­ben von der le­ben­dig und aus­drucks­stark ge­zeich­ne­ten Li­nie. Sie er­zäh­len von or­ga­nisch-stoff­li­chen Ver­wand­lun­gen in phan­tas­tisch über­stei­ger­ten Hand­lun­gen. De­ter­mey­er lässt Na­tur und Mensch wie selbst­ver­ständ­lich in­ein­an­der über­ge­hen und trans­for­miert mär­chen­haf­te Mo­ti­ve zu Sze­na­ri­en zwi­schen­mensch­li­cher Tra­gik. In wit­zig iro­ni­schen Se­quen­zen wid­met sie sich be­son­ders der weib­li­chen Psy­che, ver­mischt in er­grei­fen­den Ein­ver­lei­bun­gen Mensch und Na­tur und wan­delt sie teils ex­plo­si­ons­ar­tig, teils flie­ßend zu über­ge­ord­ne­ten We­sen in fik­ti­ven Traum­land­schaf­ten um. In Deg­gen­dorf prä­sen­tiert sie ak­tu­el­le Zeich­nun­gen und Fil­me.

An­ne­gret Hoch be­schäf­tigt sich in ih­rer un­ge­gen­ständ­li­chen Ma­le­rei mit der Wir­kung von Far­be und Raum. Sie ent­wi­ckelt in­di­vi­du­el­le Struk­tu­ren, de­ren Klar­heit und Trans­pa­renz vom Pro­zess des Ma­lens ge­tra­gen sind. Hoch ver­wen­det Far­be so­zu­sa­gen als Zei­chen­stift und un­ter­sucht im­mer wie­der aufs Neue an wel­chem Punkt ei­ne Li­nie zur Flä­che wird und um­ge­kehrt. Be­son­ders in­ter­es­siert sie sich für die Wir­kung of­fen struk­tu­rier­ter Or­na­men­te und Ord­nungs­sys­te­me, die ähn­lich der Wei­ter­füh­rung ei­nes abs­trak­ten Bild­ge­dan­kens, über den Bild­trä­ger hin­aus­füh­ren. Die­se Her­an­ge­hens­wei­se führ­te sie zu raum­grei­fen­den In­stal­la­tio­nen und zum di­rek­ten Ma­len auf die Wand. Über das Auf­grei­fen ar­chi­tek­to­ni­scher Ge­ge­ben­hei­ten, bahnt sich ih­re For­men­spra­che so­mit ei­nen un­ver­mit­tel­ten Weg in den Raum. Für Deg­gen­dorf rea­li­siert sie ei­ne ort­spe­zi­fi­sche Wand­ma­le­rei.

Sieg­fried Kreit­ners mi­ni­mal­ki­ne­ti­sche Skulp­tu­ren be­ste­chen durch ih­re ein­fa­che und kla­re For­men­spra­che. Sie schei­nen ein In­nen­le­ben zu be­sit­zen, das über sub­ti­le, kaum merk­li­che und ge­räusch­lo­se Be­we­gun­gen zu­ta­ge tritt. Sei­ne Skulp­tu­ren the­ma­ti­sie­ren vor al­lem den Mo­ment der sich in den Raum aus­wei­ten­den Be­we­gung und kal­ku­lie­ren il­lu­sio­nis­ti­sche die Wahr­neh­mung ir­ri­tie­ren­de Ef­fek­te ein. Im We­sent­li­chen set­zen sich sei­ne Ar­bei­ten aus Ele­men­ten der Be­we­gungs­er­zeu­gung und -über­tra­gung zu­sam­men und er­zeu­gen die Kau­sal­ket­te „Mo­tor – Ge­trie­be – No­cken­schei­be – Li­ne­ar­la­ger – Stö­ßel­stan­ge – be­weg­te Mas­se oder be­weg­tes Leuch­t­e­le­men­t“ als un­ver­än­der­ba­re Fol­ge, die ei­nem mi­ni­ma­len Be­we­gungs­ab­lauf dient.

Für ih­re mi­ni­ma­len Skulp­tu­ren und In­stal­la­tio­nen be­nützt Ka­tha­ri­na Weis­häupl All­tags­ma­te­ria­li­en wie Woll­fä­den, Te­sa­film, Plas­tik­tü­ten oder Stroh­hal­me, die sie auf den Raum be­zo­gen so ein­setzt, dass im Ver­bund ei­ne völ­lig neue Per­spek­ti­ve ent­steht. Ei­ne Par­al­lel­welt, Er­in­ne­rung oder hin­ter­las­se­ne Spur, die in ih­rer künst­le­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zung das Ver­hält­nis von Form, Um­raum und Ma­te­ria­li­tät re­flek­tiert und den Raum an sich zum The­ma macht. Für die Räu­me des Stadt­mu­se­ums wird ei­ne ort­spe­zi­fi­sche Raum­in­stal­la­ti­on rea­li­siert. Es­ther Zell­mer greift in ih­rer Bild­spra­che auf ein­fa­che Grund­mo­ti­ve, wie Berg, Baum oder Haus zu­rück. Sie die­nen ihr als Aus­gangs­punkt und wer­den auf ih­re Mög­lich­keit hin un­ter­sucht Ma­le­rei zu bil­den. Für je­des Bild­the­ma er­ar­bei­tet Zell­mer ei­ne Struk­tur oder ein Ras­ter, die sie mit Farb­flä­chen füllt. Ih­re Kom­po­si­tio­nen sind je­doch nie streng ma­the­ma­tisch und wer­den wie in den Lein­wand­ar­bei­ten durch den Pin­sel­strich in der Druck­gra­phik durch frei­hän­dig ge­zo­ge­ne Li­ni­en von un­re­gel­mä­ßi­ger Auf­trags­stär­ke und ei­ner äu­ßerst ex­pe­ri­men­tier­freu­di­gen Ver­wen­dung von druck­fä­hi­gen Ge­gen­stän­den auf­ge­lo­ckert. Kei­ne Li­nie ent­spricht der an­de­ren in Far­be und Form, der Mo­ment der Wie­der­ho­lung wird stets ge­bro­chen.

Die Deg­gen­dor­fer Aus­stel­lung zeigt ei­nen um­fang­rei­chen Über­blick und span­nen­de Ein­bli­cke in die Viel­fäl­tig­keit und Un­ter­schied­lich­keit li­nea­rer Struk­tu­ren. Sie wird ku­ra­tiert von An­ja­lie Chaub­al und prä­sen­tiert rund 50 Ar­bei­ten auf Lein­wand und Pa­pier, Skulp­tu­ren, Vi­deo­in­stal­la­tio­nen und drei ort­spe­zi­fi­sche Raum­in­stal­la­tio­nen.

Auf Ein­la­dung der Stadt­ga­le­rie im Stadt­mu­se­um Deg­gen­dorf setzt sich die Re­gens­bur­ger Cho­reo­gra­fin Alex­an­dra Ka­ra­be­las mit der Aus­stel­lung „Der Li­nie auf der Spur“ aus­ein­an­der und kon­fron­tiert den Be­trach­ter mit kur­zen per­for­ma­ti­ven Blö­cken. Tan­zen wer­den das cho­reo­gra­fi­sche Pro­jekt „bo­dy // li­nes“ Kil­ta Rain­prech­ter und an­de­re.
Ge­zeigt wird die Per­for­mance zur Ver­nis­sa­ge am Frei­tag, den 30. März um 19.00 Uhr, und zur lan­gen Kul­tur- und Ein­kaufs­nacht am 26. April um 21.00 Uhr und 22.00 Uhr.

Bild­nach­weis:
An­ne­gret Hoch, aus der Se­rie Vor­hang, 2011, Ei-Tem­pe­ra/Öl auf Nes­sel, 100 x 75 cm;
Al­mut De­ter­mey­er, peep, 2012, Ne­gro­stift und Bund­stift auf Pa­pier, 40 x 30 cm; 3.
Sieg­fried Kreit­ner, Zeit­raum, 2011, 7 Elek­tro­mo­to­re 3,3 U/min; 1 U/min; 1U/min; 0,5 U/min; 1 U/min; 2,2 U/min; 3,3U/min, 28 LED Licht­leis­ten, Blau­ent­la­dung, Licht lei­ten­des Ge­we­be, 40 x 40 x 238 cm
Es­ther Zell­mer, Pal­me, 2011,Holz­schnitt, 106 x 78 cm; 5.
Ka­tha­ri­na Weis­häupl, spa­zi­a­re (In­stal­la­ti­ons­an­sicht Kunst­ver­ein Lands­hut, De­tail), 2011, Stroh­hal­me



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