QUARTALSPROGRAMM

Stadtmuseum
13.10.2015 -- 19:00 Uhr
Karl Krotzer (1920-1994) und die "Gnad"
Eintritt: Eintritt frei

Vortragsreihe zur Deggendorfer Gnad mit Prof. Dr. Manfred Eder

Vielleicht erinnern sich noch einige an den Niederalteicher Benediktinerpater, der in den 60er Jahren so vehement in den damaligen Streit um die „Deggendorfer Gnad“ eingriff und sich auch später hierzu noch mehrmals zu Wort meldete.
Geboren 1920 in Mietraching, trat Krotzer 1945 in Niederalteich ein und empfing 1950 in Passau die Priesterweihe. Im Kloster wurde er als sympathischer und freundlicher Mitbruder geachtet, der aber fast wie ein Einsiedler lebte und ganz in seinen Tätigkeiten als Lehrer am Gymnasium und als Bibliothekar der Abtei aufging. Um so überraschter war man, als Krotzer plötzlich reges Interesse an der öffentlichen Diskussion zeigte, die ab 1961 um die „Deggendorfer Gnad“ entbrannte.

Die lange zurückliegende „Initialzündung“ für dieses Engagement scheinen Anfeindungen gegenüber seinem Vater gewesen zu sein, der sich als Bürgermeister als einziger für das Verbleiben eines Juden in Mietraching eingesetzt hatte. 1964 jedenfalls lieferte sich Krotzer ein erbittertes Wortgefecht in der Presse mit dem Deggendorfer Kirchenmusikdirektor Fritz Goller (1914-1986), der im Bund mit der Deggendorfer Geistlichkeit die Geschichtlichkeit des (von Krotzer zu Recht ins Reich der üblen Legende verwiesenen) jüdischen Hostienfrevels verteidigte und die neue, ohnehin nur halbherzige Sinngebung der Wallfahrt durch den Regensburger Bischof Rudolf Graber entschieden zurückwies.

In Deggendorf heftig beschimpft und nicht einmal von allen seiner Niederalteicher Mitbrüder unterstützt, setzte Krotzer jedoch in Wort und Schrift seinen zermürbenden und trotz Einbeziehung diverser christlich-jüdischer Organisationen wenig erfolgreichen Kampf fort. Auch in Jahrzehnten nach seinem Klosteraustritt (1968) bemühte er sich um eine Neuorientierung der eucharistischen Wallfahrt und durfte 1992 sogar die völlige Einstellung der „Gnad“ und 1993 noch die von ihm geforderte Anbringung einer Gedenktafel an der Grabkirche als sichtbares Zeichen des Schuldbekenntnisses erleben.

In seinem Vortrag am Dienstag, den 13. Oktober 2015, um 19 Uhr im Stadtmuseum Deggendorf läßt Prof. Dr. Manfred Eder, Inhaber des Lehrstuhls für Kirchengeschichte an der Universität Osnabrück und Verfasser des grundlegenden Werkes zur „Gnad“, diese interessante Persönlichkeit wieder lebendig werden.



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